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Weißpunktkrankheit: Körner auf Haut und Flossen

Die weißen Punkte sind Ichthyophthirius multifiliis, ein Wimpertierchen in der Haut. Sie sitzen wie Salzkörner, etwa 0,5 bis 1 mm, auf Flossen, Körper und oft in den Kiemen. Medikamente und Wärme erreichen nur das freischwimmende Stadium. Bei 25 °C braucht ein Zyklus ungefähr eine Woche, bei 28–30 °C drei bis vier Tage. Behandelt wird das ganze Becken, mindestens sieben Tage, oft zehn bis vierzehn — auch wenn die Körner schon weg sind.

Diagnose

Einzelne weiße Körner, die sitzen und nicht wischbar sind. Sie stehen auf der Flossenhaut, entlang der Rückenlinie, ums Maul. Bei Kiemenbefall reiben die Fische an Holz, schnappen an der Fläche oder stehen in der Strömung, bevor viele Punkte zu sehen sind. Siehe Luftschnappen.

Schleimflocken, watteartige Büschel oder ein milchiger Film sind etwas anderes — oft Bakterien oder Pilz auf schon verletzter Haut. Weißpunkt bleibt körnig. Ein toter Fisch ohne sichtbare Körner schließt Ichthyo nicht aus: die Trophonten verlassen den Wirt, sobald er stirbt, und encystieren im Becken.

Frisch eingesetzte Neonsalmler, Guppys und Kampffische tragen den Erreger oft schon im Beutel. Stress — Temperatursturz, Nitrit, Enge — lässt den Ausbruch sichtbar werden. Der Besatzrechner prüft, ob das Glas die Last trägt, bevor die nächste Tüte dazu kommt.

Ursache

Drei Stadien, alle bewimpert (Wikipedia, nach Woo und Dickerson):

Die University of Florida (IFAS FA006): bei 24–26 °C ist der Zyklus in etwa drei bis sechs Tagen durch; kälter dehnt er sich, bei 15 °C braucht jede Behandlung mehr Abstand. PETBOOK: bei hoher Temperatur können Schwärmer in zwölf bis 24 Stunden wieder im Wasser sein. Deshalb wirkt Wärme als Taktgeber, nicht als Hausmittel gegen den Trophonten.

Auslöser im Gesellschaftsbecken ist fast immer Stress plus Einschleppung. Ein Sprung um 4 °C, Nitrit über 0 mg/l, Futter, das liegen bleibt, ein Filter, der gerade gewaschen wurde. Siehe Nitritpeak und NH4/NH3.

Sofortmaßnahme

  1. Aktivkohle aus dem Filter. Sie bindet die meisten Weißpunktmittel, bevor sie die Schwärmer treffen.
  2. 30 Prozent wechseln, Mulm absaugen — dort sitzen Tomonten. Frischwasser ±1 °C, aufbereitet. Wasserwechsel.
  3. Temperatur der gehaltenen Arten prüfen. Tropische Gesellschaftsbecken vertragen oft 28–30 °C. Den Heizer um höchstens 1 °C pro Stunde stellen, extra Bewegung an der Fläche: wärmeres Wasser hält weniger Sauerstoff. Goldfische gehören nicht auf 30 °C. Diskus lebt ohnehin warm; bei ihm ist 30 °C Haltung, nicht Therapie.
  4. Mittel nach Beipack, das ganze Becken, nicht das Einzeltier im Eimer. zooplus: sieben Tage als Richtwert, oder etwa vier Tage nach dem Abfallen der letzten Flecken. PETBOOK: mindestens sieben Tage, oft länger, bis die letzte Schwärmergeneration durch ist. Wer nach drei klaren Tagen abbricht, hat die Tomonten im Sand gelassen.

Salz (Natriumchlorid ohne Jod, ohne Rieselhilfe) steht in der Literatur mit sehr unterschiedlichen Mengen. Die University of Florida nennt 4–5 g/l über 7–10 Tage, sofern die Art das aushält. Viele Gesellschaftsbecken fahren 2–3 g/l. Panzerwelse, Schmerlen, Corydoras und die meisten Schnecken und Garnelen vertragen das schlecht. Kupfer und Malachitgrün töten Amanogarnelen und Posthornschnecken. Dann Quarantänebecken für die Fische, das Gesellschaftsbecken fischleer 7–10 Tage bei 28–30 °C — ohne Wirt stirbt der Theront.

Fütterung dünn. Kein neuer Fisch, keine komplette Filterwäsche. Licht etwas kürzen, wenn das Mittel lichtempfindlich ist (häufig bei Malachitgrün).

Dauerlösung

Neue Tiere zwei bis vier Wochen getrennt halten, bei der Temperatur, die sie später im Hauptbecken haben. Weißpunkt zeigt sich dort, nicht erst zwischen den Pflanzen. Temperatur und Härte an die Arten anpassen, bevor die Tüte aufgeht.

Nach der Kur: Temperatur in Schritten von 1 °C pro Tag zurück. Salz über mehrere 20-Prozent-Wechsel ausverdünnen, nicht mit einem 80-Prozent-Ruck. Aktivkohle wieder einsetzen, wenn das Mittel laut Beipack raus soll.

Wer denselben Ausbruch nach drei Wochen wieder hat, hat entweder zu früh abgesetzt oder die Einschleppung nicht unterbrochen. Die Punkte sind das Ende der Kette, nicht der Anfang.

Die Körner auf dem Fisch sind das unzugängliche Stadium. Behandelt wird das Wasser, über einen vollen Zyklus.

Quellen

Zahlen aus den genannten Archiven, Stand Recherche 2026. Keine eigenen Behandlungsprotokolle. Der Beipack des gewählten Mittels gilt vor einem Forenrezept.