Miss pH immer zusammen mit der Karbonathärte (KH). Unter KH 4 °dH kann der pH in Stunden kippen. Über KH 8 °dH bleibt er meist stehen. Eine Flasche „pH minus“, die 7,0 erzwingt, ist fast immer schädlicher als Leitungswasser, das zu den gehaltenen Arten passt.
Was pH misst
pH 7 ist neutral, darunter sauer, darüber basisch. Fische leben in Spannen, nicht auf einem Punkt. Guppys 7,0–8,5. Neonsalmler eher 5,0–7,0. Kampffische 6,0–7,5. Wer alle drei in ein 60-Zentimeter-Becken setzt, hat kein pH-Problem, sondern ein Besatzproblem — Rechner.
KH ist die Bremse
Karbonat puffert Säuren. CO2 aus Pflanzen und Tieren senkt den pH über den Tag, nachts steigt er, wenn die Pflanzen nicht photosynthetisieren. Bei hoher KH siehst du das kaum. Bei KH 1–2 °dH siehst du Schwankungen von einer ganzen Stufe — das ist Stress, nicht Feintuning.
Deshalb: erst KH, dann pH. Wer nur pH senkt und die KH bei 10 lässt, kämpft gegen das Wasser. Wer KH auf 2 drückt, ohne die Arten zu kennen, baut ein Becken, das über Nacht kippt.
Leitungswasser zuerst
Die Stadtwerke veröffentlichen Härte. In weiten Teilen Deutschlands ist das Wasser mittelhart bis hart. Dann sind Lebendgebärende, viele Schnecken und Mollys die ehrliche Wahl, nicht Diskus. Osmose plus Aufsalzen ist ein System, kein Wochenendprojekt.
Holz, Erlenzapfen und Untermulm senken den pH langsam und färben oft. Das ist steuerbar. pH-Minus aus der Flasche senkt schnell und holt die KH mit runter — dann schwankt alles. Nach einem solchen Eingriff: 30 Prozent wechseln ist selten die Lösung, Messen schon. Wasserwechsel verdünnt, er justiert nicht auf 0,1 genau.
Ein pH von 7,2 bei KH 9 und passenden Arten ist besser als 6,8, den du jeden zweiten Tag nachdosierst.