Milchig-weiße, ausgefranste Ränder, oft rot an der Basis, Löcher in der Flossenhaut. DRTA: Bakterien der Gattungen Aeromonas, Pseudomonas, Vibrio — im Wasser immer da, gefährlich erst bei Stress. Sofort NO2 und NH4 messen, 30 bis 50 Prozent wechseln, Futter halbieren. Wechsel, bis Nitrit 0 mg/l bleibt. Die Flosse wächst nach, wenn die Wurzel fest ist. Wärme nicht pauschal: aquamax, Columnaris vermehrt sich bei 28–30 °C besonders stark.
Diagnose
Der Rand wird trüb, dann faserig, dann kürzer. Die Basis rötet sich. Das ist nicht Weißpunkt: Körner sitzen, sie fransen nicht. Watte am Maul, schneller Zerfall in ein, zwei Tagen: eher Weißmaul/Columnaris, nicht die langsame Randfäule.
Zupfen hinterlässt glatte, schräge Kanten ohne Milchsaum. Sumatrabarben in kleiner Gruppe, Skalar an langen Schleiern: erst die Gesellschaft, dann das Mittel. Kampffisch und Schleier-Guppy tragen viel Haut — der Rand geht dort früher auf.
Frisch eingesetzt, nach einem Filterunfall, nach Nitrit über 0 mg/l: typischer Zeitpunkt. Der Besatzrechner vor der nächsten Tüte.
Ursache
Die Erreger sitzen in jedem Becken. DRTA: artgerecht gehaltene Fische bleiben in der Regel ohne Schaden. Überbesatz, liegendes Futter, seltene Wechsel, ein Sprung um mehrere Grad nach dem Einsetzen — das öffnet den Rand. PETBOOK unterscheidet einen akuten Verlauf (Tage bis zum Tod) und einen chronischen, der bei früher Korrektur abheilt.
- Wasser. Nitrit über 0 mg/l ist der häufigste Fund, den DRTA zuerst messen lässt. Nitritpeak, NH4.
- Last. Zu viele Mäuler, zu viel Prise. Füttern in zwei Minuten, nicht weil sie betteln.
- Verletzung. Netz, Zupfer, Transport. Pilz setzt oft auf dem schon offenen Rand auf — der milchige Saum ist Bakterien plus Pilz.
Sofortmaßnahme
- NO2, NH4, Temperatur. Fläche bewegen. 30 bis 50 Prozent wechseln, ±1 °C, aufbereitet. Wasserwechsel. Einrichtungsbeispiele: Ammoniak, Nitrit, Nitrat zuerst, nicht die Flasche.
- Futter drei Tage auf die Hälfte. Mulm absaugen. Filtermatte in Beckenwasser, nicht unter dem Hahn.
- Wärme nur, wenn Weißpunkt oder ein dokumentierter Pilz mitläuft — und die Art 28 °C verträgt. Goldfisch und Corydoras nicht auf 30 °C. Bei Verdacht auf Columnaris (watteartig, Maul, rascher Zerfall) die Temperatur nicht anheben; aquamax: 80 Prozent Wechsel, täglich, bis der Belag steht.
- Salz nur bei salztoleranten Lebendgebärenden, nicht bei Neon, Panzerwels, Schnecke, Garnele. Kurzbad in der Literatur: 1 Teelöffel unjodiertes Salz auf 10 Liter, gelöst, bis 45 Minuten. Im Becken bleiben 1–3 g/l die Obergrenze für Guppy und Molly — und auch dort nur, wenn keine Wirbellosen drin sind.
Schnitt in die Flosse: DRTA und Tierschutzgesetz, nur der Tierarzt, und nie in die Wurzel. Die Haut wächst, die Wurzel nicht. Aktivkohle raus, bevor ein antibakterielles Mittel laut Beipack ins Glas kommt; nach der Kur Kohle wieder, 50 Prozent wechseln.
Dauerlösung
Wechsel, bis Nitrit mehrere Tage 0 mg/l zeigt. Dann der Rhythmus 7 bis 14 Tage, 30 Prozent. Quarantäne zwei bis vier Wochen für neue Tiere — dieselbe Frist wie bei Weißpunkt. Arten, die zupfen, nicht zu Schleierflossen. Liter und Gruppe vorher, nicht nach dem ersten ausgefransten Rand.
Die Flosse braucht Wochen, nicht den Kalender auf der Packung. Solange die Basis blass und fest bleibt, wartet man. Rot, weich, auf den Körper: Tierarzt, nicht die zweite Hausmischung.
Erst messen, dann wechseln. Die Wurzel entscheidet, ob nachwächst. Wärme ist kein Automat gegen jeden milchigen Rand.
Quellen
- DRTA-Archiv — Flossenfäule (Aeromonas/Pseudomonas/Vibrio; NO2 messen; Wechsel bis 0 mg/l; Schnitt nur Tierarzt, nicht in die Wurzel)
- Aquariuminsider — Flossenfäule (ausgefranste oder weiße Ränder; bakterielle Infektion bei schlechter Wasserqualität)
- aquamax — Columnaris (nicht pauschal wärmer; 28–30 °C begünstigt den Erreger; große tägliche Wechsel)
Zahlen aus den genannten Texten, Stand Recherche 2026. Kein Ersatz für den Tierarzt, sobald die Flossenwurzel weich oder der Körper befallen ist.