Der erste Fisch kommt erst rein, wenn Nitrit (NO2) an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen 0 mg/l zeigt. In der Praxis sind das meist 2 bis 6 Wochen nach dem Befüllen. Wer am Kalender fährt statt am Tröpfchentest, setzt in den Peak — siehe Nitritpeak.
Was „eingefahren“ heißt
Bakterien auf Filtermedium, Kies und Dekor oxidieren Ammoniak zu Nitrit und Nitrit zu Nitrat. Solange die zweite Stufe fehlt, steigt NO2. Nitrit ist für Fische giftig, Nitrat in üblichen Mengen nicht. Deshalb ist 0 mg/l NO2 die Tür, nicht „das Wasser ist klar“.
Klares Wasser in Woche 1 ist Filterung und Schwerkraft, keine Biologie. Brauner Staub in Woche 2 bis 6 ist oft Kieselalgen — ein Einfahrgeräusch, kein Grund, das Becken abzubrechen.
So fährst du fischlos
- Becken standfest, Filter läuft, Heizer auf Zieltemperatur der geplanten Arten.
- Pflanzen dürfen sofort rein. Sie nutzen Ammoniak mit und verkürzen die Wartezeit nicht magisch, aber sie machen den Peak flacher.
- Licht in den ersten zwei Wochen 6 Stunden, nicht 10. Sonst kommen Fäden, bevor Bakterien da sind — Beleuchtungsdauer.
- Messen: NH4/NH3, NO2, NO3, alle zwei Tage. Ab Tag 10 täglich, sobald Nitrit steigt.
- Erst wenn NO2 gefallen ist und drei Tage 0 bleibt: erster, kleiner Besatz. Nicht die ganze Liste am selben Abend. Der Besatzrechner vorher, nicht nach dem Kauf.
Was du nicht tust
Keine „Starterbakterien“ als Ersatz für den Test. Manche helfen, manche sind tot in der Flasche. Kein 100-Prozent-Wechsel, um Nitrit „wegzuspülen“ — du verdünnst die Nahrung der Bakterien und verlängerst. Kein Goldfisch als Biofilter: er leidet im Peak und gehört ohnehin nicht ins Standardbecken, siehe Goldfisch.
Wassertemperatur, pH und Härte stellst du auf die Arten ein, die wirklich einziehen. Guppy und Neon teilen sich kein Einfahrwasser — Guppy hart, Neon weich. Das entscheidest du vor dem Kauf des Sandes, nicht in Woche 5.
Wer misst, ist nach drei bis sechs Wochen fertig. Wer rät, erklärt später tote Tiere mit „dem Filter“.