Otocinclus sind Aufwuchsfresser für reife, bepflanzte Becken: Gruppe ab 6, ab 54 Litern / 60 cm, 21–26 °C, pH 6,0–7,5, Nitrit 0 mg/l. In unreifen oder blitzblanken Becken verhungern sie — oft in den ersten zwei bis vier Wochen —, auch wenn der Stickstoffkreislauf schon geschlossen ist.
Passt das zu dir?
Ja, wenn
- Das Becken läuft seit Monaten und hat sichtbaren Biofilm auf Glas, Holz und Blättern.
- Du hältst mindestens sechs Tiere und fütterst zusätzlich Gemüse oder Welstabletten.
- Ammonium und Nitrit sind dauerhaft 0 mg/l.
Nicht halten, wenn
- Woche 4 nach dem Einrichten, „weil Algen kommen“.
- Ein oder zwei Tiere als Putzkolonne im Nano.
- Du willst harte Pinselalgen oder Fadenalgen weg — das fressen sie nicht.
Schwarm ab 6, besser 8–10. Einzeltierhaltung ist Stress, kein Nano-Trick.
Haltung
Was im Beutel „Otocinclus affinis“ steht, ist fast immer O. vittatus oder O. macrospilus. Die echte goldene O. affinis (Macrotocinclus affinis) aus Südostbrasilien ist im Hobby selten — Wikipedia und Practical Fishkeeping trennen das klar. Die Pflege ist bei den Handelsarten dieselbe.
my-fish: 21–26 °C, pH 5,5–7,5 bzw. 6,0–7,5, GH weich bis mittel, Gruppe, nur in gut eingefahrene Becken. Practical Fishkeeping: 22–28 °C, Ammonium und Nitrit nicht messbar, Nitrat 0–20 mg/l, wöchentlich 25–30 Prozent Wechsel, mindestens sechs Tiere. 54 Liter / 60 cm sind das Minimum für sechs; 80 Liter geben mehr Weidefläche und Puffer.
Sie fressen weichen Aufwuchs, Kieselalgenfilm und Biofilm, nicht Bart- oder Pinselalgen und selten zähe Fadenalgen. Ein Becken, das „zu sauber“ ist, lässt sie hohlbauchig werden. Dann hilft keine Filterleistung, nur Futter und Zeit. Kupfer tötet sie wie andere Harnischwelse.
Herkunft: Südamerika — vor allem Paraguay-/Amazonas-Zuflüsse; die echte O. affinis (heute Macrotocinclus affinis) aus Südostbrasilien ist im Handel selten. Familie Loricariidae. Schicht im Becken: unten. Ernährung: herbivor. Lebenserwartung: 3–5 Jahre. KH 1–8 °dH. Empfohlen eher 80 l bei 60 cm Kantenlänge.
Zucht
Gelege an Blättern, selten im Gesellschaftsbecken. Jungtiere brauchen denselben Biofilm wie die Eltern und sind winzig. Wer Nachwuchs will, plant ein reifes Artbecken, nicht den Zufall hinter dem Filter.
Typische Fehler
Kauf als Algenputzer für ein neues 60er. Zwei Tiere. Nitrit noch messbar. Kein Zufutter, weil „die fressen ja Algen“. Und der Vergleich mit dem chinesischen Saugwels — der wird groß und ruppig, der Oto bleibt 4 cm und stirbt leise.
Was das Becken braucht
Abgeleitet aus den Werten oben. Die Empfehlung folgt dem Bedarf, nicht umgekehrt.
- Ein eingefahrenes Becken mit Aufwuchs. Der Nitritpeak reicht nicht — Biofilm braucht Wochen bis Monate.
- Gruppe ab 6. Fläche zum Weiden: große Blätter, Holz, Scheibe.
- Zufutter: blanchierte Zucchini, Gurke, Algen-/Welstablette. Saubere Aquascapes sind Futtermangel.
- Kein Kupfer. Langsame Eingewöhnung — Wildfänge kommen oft ausgehungert an.
Quellen
- my-fish — Otocinclus cf. affinis (Zwergsaugwels)
- my-fish — Otocinclus macrospilus
- Practical Fishkeeping — Keeping Otocinclus catfish
- Wikipedia — Otocinclus affinis (Handelsverwechslung)
Haltungsdaten aus Fachquellen, Stand Recherche 2026. Eigene Beckenprotokolle ersetzen diese Zahlen, sobald das Verlagsaquarium läuft — nicht vorher.


